Runder Geburtstag im Südlichen Allgäu

700 Jahre Rieden am Forggensee700 Jahre Rieden am Forggensee

Rieden am Forggensee begeht heuer sein 700-jähriges Jubiläum, denn 1316 wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt. So ein runder Geburtstag ist ein schöner Grund zu feiern und ein guter Anlass, sich auf Spurensuche in der Geschichte und den Geschichten der schmucken Gemeinde zu begeben.

Offiziell gefeiert wurde im September im Haus am Kalkofen. Dabei hat Annemarie Dolesch in ihrem Prolog die Gäste auf eine Zeitreise mitgenommen bis zu jenem Stück Papier, auf dem der Name Rieden erstmals schriftlich festgehalten wurde. Dolesch und ihre Kollegin Karolina Eberle haben in zwölfjähriger Arbeit eine Chronik der Pfarrgemeinde Rieden erstellt und sich dafür auch die Originalurkunde angesehen.

700 Jahre Rieden am Forggensee

Die kleine Urkunde: 1. schriftliche Erwähnung Riedens

Kleines Papier, großer Moment – die erste Erwähnung von Rieden am Forggensee
„Wir hätten nicht gedacht, dass die Urkunde so klein ist“ gibt Dolesch zu, aber für die beiden Chronistinnen war der Anblick dennoch ein großer Moment. Das Papier ist ein Güterverzeichnis des Augsburger Bischofs und wird im Augsburger Staatsarchiv verwahrt. Darauf notiert sind Abgaben und Steuern, die die Huben – also Bauernhöfe – zu leisten hatten. Daraus kann man auch ablesen, dass Rieden älter als 700 Jahre ist: „Dies ist ja keine Gründungsurkunde, sondern die erste Erwähnung“, so Dolesch.

Der Name Rieden lässt auf eine Rodungssiedlung schließen und höchstwahrscheinlich ist diese bereits im 11. Jahrhundert entstanden, als die Bischöfe von Augsburg in der Gegend die Forsthoheit ausübten.

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Seither ist viel Zeit vergangen, Rieden ist gewachsen und zu einem pittoresken Örtchen geworden, das mit seiner traumhaften Lage am Forggensee, dem Blick auf die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau und dem blumenreichen Hügelland rundum jeden verzaubert.

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700 Jahre Rieden am Forggensee

Von der kleinen Rodungssiedlung zum beliebten Ferienort – schon viele Jahrzehnte wissen Besucher die schöne Lage von Rieden am Forggensee zu schätzen

Als Rieden den Forggensee bekam
Dass Rieden heuer feiern kann, ist gar nicht so selbstverständlich. Denn waren es in den ersten Jahrhunderten Kriege, Pest oder Naturkatastrophen, die der kleinen Siedlung leicht den Garaus hätten machen können, war es in den 1950er Jahren just der schöne Forggensee, dem ein Teil des Gemeindegebiets beim Aushub zum Opfer fallen musste. Dafür bekam das alte Rieden aber 1972 den Namenszusatz „am Forggensee“.

700 Jahre Rieden am Forggensee

Der enge Zusammenhalt in der Gemeinde, ließ Rieden am Forggensee so manche Krise meistern.

700 Jahre Rieden am Forggensee

Der Forggensee in „jungen Jahren“- von Anfang an ein beliebtes Ausflugsziel

700 Jahre Rieden am Forggensee

Heute hat Osterreinen nicht nur Berg- sondern auch Seeblick.

Hartnäckig ein Paradies erhalten
Seine Hartnäckigkeit musste Rieden am Forggensee dann nochmals vor knapp 40 Jahren beweisen. Damals wollten sich die Riedener nicht mit der Auflösung ihrer Gemeinde abfinden und erstritten ihre Eigenständigkeit durch alle Instanzen beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.

Die 700 Jahre seit der kleinen Urkunde waren also nicht nur eine lange Zeit, sondern mitunter auch ein schwieriger Weg – deshalb ist es umso schöner, den runden Geburtstag unserer Gemeinde feiern zu können. Und wir hoffen, dass dieses kleine Paradies im Schlosspark des Allgäus auch weiterhin hartnäckig bleibt: Damit Einheimische wie Gäste auch in Zukunft den zauberhaften Charme von Rieden am Forggensee genießen können.

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Spuren, die Geschichte erzählen
Über ein Dutzend Jahre haben die Chronistinnen Annemarie Dolesch (links im Bild) und Karolina Eberle Bilder, Katasterkarten, Daten und Geschichten der Pfarrgemeinde Rieden am Forggensee zusammengetragen. Seit 2013 ist die monumentale Dorfchronik fertig: „Spuren, die Geschichte erzählen“ heißt das gut 740 Seiten starke Werk. Wer sich selbst auf Spurensuche in die Geschichte begeben will, kann das Buch in der Gemeinde-verwaltung erwerben.

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