Langlaufen im Honigdorf Seeg

Die Übersicht aller Loipen-Touren rund um unser Honigdorf Seeg.Endlich wieder Schnee und somit die Gelegenheit, seine Langlaufski herauszuholen und um den Seeger Seeg zu laufen. Diese Runde ist nur fünf Kilometer lang, aber landschaftlich wunderschön. Gerade richtig, um sich eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Doch nicht nur das: Was mir besonders gut gefällt ist, dass es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, um weiterzulaufen. Von Seeg kommt man auf den Loipen, wenn man möchte, bis in das rund 14 Kilometer entfernte Leuterschach. Oder auch in unsere Nachbargemeinden, nach Wald oder Lengenwang.

Ich möchte Ihnen heute die Tour um unseren Seeger See vorstellen und habe dazu gleich mal meine Familie motiviert, mit mir zu laufen – damit habe ich dann auch gleich ein paar „Langlaufmodells“, schaut doch gleich viel netter aus. Parken kann man fast neben der Loipe: Entweder gibt es einen kleinen Parkplatz unterhalb der Kirche, oder man nutzt den Parkplatz am Skilift, und ist in fünf Minuten auf der Loipe auf der anderen Straßenseite am Seeger See.

Parken beim Skilift oder unterhalb der Kirche

Nicht weit davon entfernt stehen übrigens die Bienenkästen der Erlebnisimkerei. Bei sehr schönem Wetter könnte es sein, dass Sie sogar die ein oder andere Biene entdecken, aber ansonsten ist immer noch „Winterzeit“ bei unseren Seeger Bienen.

Die Loipe von der Kirche aus gesehen – mit einer unserer „Moorigami“-Skulpturen.

Zuerst geht es ein Stück am See entlang, durch den Schilfwald des Sees – daher stammt vermutlich auch der Ortsname „Seeg“. Im Altdeutschen sagte man dazu früher „in den Seggen“, das war nichts anderes als das Riedgras bzw. Schilfgras. Andere behaupten, es kommt von dem altdeutschen Wort für „See-Eck“, also einfach ein Ort am Rande eines Sees. Was letztendlich stimmt, werden wir wohl nie mit Sicherheit herausbekommen.

Die Loipe führt mitten durch’s Schilf.

Wir fahren jedenfalls hindurch, entlang an den Resten des früher viel größeren Seeger Sees und immer geradeaus in Richtung „Albatsried“. Das ist ein kleiner Weiler, der noch zu Seeg gehört.

Immer der Loipe nach, dann kann nicht’s schief gehen…

… und ab und zu werfen wir einen Blick hinter uns…

..und weiter geht’s!

Dann biegen wir ab und lassen einen weiteren Weiler „Aleuthen“ rechts von uns liegen. Kurz danach kann man sich entscheiden: Soll es weiter gehen in Richtung Rückholz, einem Dorf, das auch zu unserer Tourismusgemeinschaft Südliches Allgäu gehört – oder bleiben wir auf der Seeger Runde? Dort steht noch ein Schild mit einer Loipenkarte, die es einem erleichtert, sich zu entscheiden.

Alles ist gut ausgeschildert.

Und am Loipenrand: Idylle pur

Die Loipen eignen sich für klassisches Langlaufen, aber auch Skaten, je nachdem, was man bevorzugt, gespurt ist für beide Langlaufarten – das erhöht den Spaßfaktor! Eine gute Ausrüstung ist wichtig. Handschuhe, Mütze, passende bequeme Kleidung, und bei Sonnenschein die Sonnenbrille nicht vergessen. Es gibt doch nichts Schlimmeres, als wenn einem fast die Finger abfrieren oder die Augen brennen vom Sonnenlicht. Eine Langlaufausrüstung kann man sich übrigens auch in Seeg im Sportgeschäft ausleihen. Auch das haben wir schon ausprobiert, es hat einwandfrei geklappt.

Um die Wette Langlaufen mit den letzten Sonnenstrahlen.

Bis zur ersten Abzweigung in die nächste Loipe haben wir ungefähr die Hälfte der kleinen Seeger See-Runde geschafft. Wir laufen jetzt zurück über die leicht hügeligen Felder in Richtung Seeweiler, wieder ein kleiner Weiler – mit übrigens einer hübschen kleinen Kapelle, in der auf einem Gemälde die Vorgängerkirche unserer Seeger Pfarrkirche St. Ulrich bewundert werden kann. Dann nähern wir uns wieder dem Seeger See.

Als wir unterwegs waren, lag richtig schöner Pulverschnee.

Kennen Sie eigentlich die Sage von der versunkenen Glocke im Seeger See? Die Seeger hatten einmal eine hochgeweihte und besonders schöne Glocke, die mit ihrem mächtigen Glockenklang das schlechte Wetter vertreiben konnte und in der ganzen Gegend bekannt war. Als nun im Dreißigjährigen Krieg die Schweden kamen, hatten die Seeger Angst, dass man ihnen die Glocke rauben könnte. Deshalb versteckte man sie im Seeger See, um sie dann später in der Friedenszeit wieder heraufzuholen. Nur war die Glocke so schwer, dass sie ganz tief in den Moorschlamm versank und man sie nicht mehr heraufbekam. Im Krieg und durch die Pest starben auch noch so viele Menschen, und bald wusste niemand mehr, wo die Stelle war, an der man sie versteckt hatte. Somit liegt die Glocke bis heute noch tief im Schlamm versteckt.

Schnee, soweit das Auge reicht.

Wir fahren gemütlich weiter, entlang am Seeger See und zurück zu unserem Ausgangspunkt. Ich finde, unsere Loipen sind noch ein Geheimtipp – man kann den Sport dort noch genießen, es gibt keinen Massenlauf, keine überfüllten Parkplätze, und Eintritt –  wie ich es inzwischen anderswo im Allgäu auch schon erlebt habe – muss nicht bezahlt werden. Vor allem aber: Man kann wunderbar abschalten!

Zurück am Ausgangspunkt sinkt langsam die Dämmerung hernieder auf die Landschaft.

Noch ein Tipp: Wenn einer „so gar nicht ohne“ sein kann, zum Beispiel nach einem langen Arbeitstag: Es gibt neben dem Skilift eine kleine Rundstrecke mit Flutlicht, an der man auch abends seine Runden fahren und seinem Ausgleich vom Büroalltag nachgehen kann.

Das ist die Flutlichtloipe in Seeg direkt am Skilift.

Hier nochmal die Runde um den Seeger See – oder ein Stückchen weiter zum Luimoosweiher.

Versuchen Sie es doch mal und schreiben mir, wie es Ihnen gefallen hat!

Einen schönen Winter wünscht Euch,

Eure

Renate Carré

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Renate Carré

Über Renate Carré

„Mit Leib und Seele Allgäuerin“, fällt mir spontan ein, wenn man mich fragt, wer ich denn sei. Obwohl ich schon viel „umeinandergekommen“ bin, wie man bei uns so schön sagt – der Bezug zur Heimat ist ein ganz besonderer. Ich wohne mit meiner Familie in Seeg, dem Honigdorf im Allgäu. Schon früh hat mich die Dorfgeschichte interessiert, und vor ein paar Jahren habe ich dann die Gelegenheit genutzt und eine Ausbildung als „Kulturführerin“ abgeschlossen. Seitdem gebe ich Dorfführungen für interessierte Gäste und Einheimische, und auch im Burgenmuseum in Reutte/Tirol oder auf Burg Ehrenberg bin ich aktiv dabei. Ich bin in der Vorstandschaft vom Tourismusverein Seeg sowie im Bürgerforum Seeg und arbeite ehrenamtlich in der Pfarr- und Gemeindebücherei. Wenn es darum geht, Leute fürs Allgäu zu begeistern, bin ich immer dafür zu haben. Auch durch meine Mitarbeit hier in diesem Blog.

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