Frühlingserwachen im Honigdorf

Frühlingserwachen im Südlichen Allgäu: Goldgelbe Löwenzahnblüten, überragt vom weißblauen Himmel und umrahmt von den Gipfeln der Ostallgäuer Alpen mit letzten Schneefetzen.

Frühlingserwachen im Südlichen Allgäu: Goldgelbe Löwenzahnblüten, überragt vom weißblauen Himmel und umrahmt von den Gipfeln der Ostallgäuer Alpen mit letzten Schneefetzen.

Im Honigdorf Seeg ist der Frühling eingekehrt. Nicht nur wir Allgäuer „erwachen“, sondern auch die Natur zeigt uns, wie beeindruckend es jedes Mal wieder ist, mit welcher Geschwindigkeit plötzlich alles grünt und blüht. Und für unsere Honigbienen breitet sich hier im Südlichen Allgäu eine prächtige „Festtafel“ aus, von der ich Ihnen heute erzählen möchte.

Wärme + Wasser = Wachstum: Ein Regenbogen überspannt den Seeger Dorfanger, wo am Bienen-Erlebnispfad die "geweckte" Natur wunderbar zu beobachten ist.

Wärme + Wasser = Wachstum: Ein Regenbogen überspannt den Seeger Dorfanger, wo am Bienen-Erlebnispfad die „geweckte“ Natur wunderbar zu beobachten ist.

Schon seit Ende Februar sind die Bienen fleißig unterwegs, denn der Winter war relativ mild und den ersten Nektar konnten sie schon sammeln: Dabei ist die Sal-Weide – bei uns Einheimischen auch Palmkätzchen genannt – eine der ersten Futterpflanzen für die Bienen. Aber auch Krokusse, Narzissen und Buschwindröschen werden angeflogen.

Gelbe Grüße aus dem Honigdorf - auch die Narzissen besuchen unsere Bienen.

Gelbe Grüße aus dem Honigdorf – auch die Narzissen besuchen unsere Bienen.

Und jetzt beginnt natürlich auch die Löwenzahnernte. Wir hier im Honigdorf Seeg hoffen, dass es dieses Jahr eine ertragreiche Ernte wird. Denn der Löwenzahnhonig ist eine Spezialität aus dem Südlichen Allgäu, und es gibt viele Gäste und selbstverständlich Einheimische, die sich schon auf diesen speziellen Honig freuen, der – wie alles andere auch – natürlich Geschmackssache ist.

Das Leben kehrt zurück ins Bienenhaus der Erlebnisimkerei in Seeg.

Das Leben kehrt zurück ins Bienenhaus der Erlebnisimkerei in Seeg.

In diesen Tagen war ich auf unserem Bienen-Erlebnispfad unterwegs, um mich auf die kommenden Führungen vorzubereiten. Und ich habe ein paar Fotos gemacht, damit Sie sehen können: Es wird Frühling im Honigdorf.

Ein hochstämmiger Birnbaum blüht neben unserem Bienen-Erlebnispfad.

Ein hochstämmiger Birnbaum blüht neben unserem Bienen-Erlebnispfad…

...unter dem das Insektenhotel steht. Wie viele andere Stationen auch wurde es ehrenamtlich von Seeger Bürgern gebaut.

…unter dem das Insektenhotel steht, wie die anderen Stationen wurde es ehrenamtlich gebaut.

Die Führungen mit mir starten immer donnerstags um 10 Uhr, den ganzen Sommer hindurch, wenn sich bis zum Vortag um 12 Uhr genug Teilnehmer in unserer Seeger Tourist-Information angemeldet haben (Tel. 08364/983033). Auch Führungen zu anderen Terminen sind nach Vereinbarung möglich.

"Seebiene", das Maskottchen vom Honigdorf, weist am Erlebnispfad überall den Weg.

„Seebiene“, das Maskottchen vom Honigdorf, weist am Erlebnispfad überall den Weg…

...zum Beispiel zum Honigspielplatz am neuen Dorfstadel...

…zum Beispiel zum Honigspielplatz am neuen Dorfstadel…

...damit keine Langeweile aufkommt: Das "Honigbär-Karussel"...

…damit keine Langeweile aufkommt: Das „Honigbär-Karussel“…

...oder - summ, summ, summ - ein "Bienchen" zum drauf Reiten.

…oder – summ, summ, summ – ein „Bienchen“ zum drauf Reiten.

Eine Neuigkeit gibt es außerdem: Auf der ehemaligen „Schulwiese“ vor dem Heimatmuseum und der Erlebnisimkerei, direkt hinter unserem Bienenhaus, werden wir jetzt eine Wildblumenwiese säen. Dazu mussten wir die ganze Wiese erst einmal auffräsen, denn wir brauchten den passenden Untergrund, damit nicht alles gleich wieder zuwächst. Viele ehrenamtliche Helfer helfen hier mit, schließlich soll es ja überall blühen in unserem Honigdorf.

Auf der gefrästen Fläche soll schon bald die Wildblumenwiese gedeihen. Hinten das Heimatmuseum, rechts das Bienenhaus.

Auf der gefrästen Fläche soll schon bald die Wildblumenwiese gedeihen, rechts das Bienenhaus.

Durch die Aktion „Unser sauberes Ostallgäu blüht auf!“, organisiert von einigen Imkern im Landkreis, vom Landratsamt und vom Amt für Abfallwirtschaft, entstanden im Jahr 2013 mehr als 15.000 Quadratmeter Wildblumenwiesen. Wir als Honigdorf nehmen das Thema gerne auf und beteiligen uns.

Neben blühenden Blumen ist auch Wasser wichtig für unsere Honigbienen.

Neben den blühenden Blumen sind auch Wasserstellen wichtig für die Honigbienen.

Einiges haben wir schon gesät, zum Beispiel im Schulgarten unserer Grundschule und auf weiteren kleinen Flächen. Wenn wir jetzt auch noch die große Wiese am Heimatmuseum erblühen lassen, finde ich es umso schöner.

Die so genannte "Klotzbeute" zeigt, wie Imker früher Honigbienen gehalten haben. Sie steht neben der aufgefrästen Wiese.

An der „Klotzbeute“ neben der Wildblumenwiese ist zu sehen, wie Imker früher Bienen hielten.

Es gibt bei uns im Honigdorf außerdem auch die Aktion „Der flotte Bienenkasten“. In Blumenkästen werden lauter insektenfreundliche Pflanzen eingesetzt. Zur Bepflanzung eignen sich viele mehrjährige Stauden, vor allem aus der nektar- und pollenspendenden Familie der Lippenblütler.

 

Auch in den Seeger Gärten warten Kräuter und Blüten auf unsere Bienen.

Auch in den Seeger Gärten warten Kräuter und Blüten auf unsere Bienen.

Unter denen gibt es außerdem viele geschätzte Küchenkräuter, die nicht übermäßig groß werden und durchwegs sehr hübsch blühen. Beispiele sind Lavendel, Thymian, Dost, Bohnenkraut, Salbei, Ysop oder Pfefferminze. Schnittlauch passt, wenn er blühen darf, ebenfalls in dieses Sortiment, genauso auch die gelb blühende Weinraute. Gerade hier im Honigdorf Seeg achten wir darauf, dass wir unsere Bienen so oft wie möglich unterstützen. Die oben genannten Kräuter sind da eine einfache und zugleich sehr nützliche Möglichkeit.

Der große Kräuterbottich im Sommer 2013. Zur Honigdorf-Eröffnung durfte ich (links im Bild) "Ihre Majestät" die Bayerische Honigkönigin führen.

Der große Bottich mit den blühenden Küchenkräutern im Sommer 2013. Zur Honigdorf-Eröffnung durfte ich (links im Bild) „Ihre Majestät“ die Bayerische Honigkönigin führen.

Wussten Sie eigentlich, dass ohne die Biene nichts läuft? Denn kein Essen ohne Bienen! Besonders in der Landwirtschaft werden die Bienen als Bestäuber gebraucht – nach Rind und Schwein ist die Honigbiene das drittwichtigste Nutztier überhaupt. Sie bestäubt fast 75 Prozent aller Nutzpflanzen. Ohne Bienen gäbe es keine Äpfel, Kirschen und Birnen. Selbst bei Raps, der vom Wind bestäubt wird, bringen Bienen 20 Prozent mehr Ertrag.

Diese Obstbaumwiese liegt direkt am Bienen-Erlebnispfad...

Diese Obstbaumwiese liegt direkt am Bienen-Erlebnispfad…

...wo die Apfel- und Birnenblüten von den fleißigen Honigbienen angeflogen werden.

…wo die roten Apfel- und weißen Birnbaumblüten von den fleißigen Bienen angeflogen werden.

Wenn Sie darüber noch mehr erfahren möchten, besuchen Sie uns im Honigdorf und schauen sich unseren Bienen-Erlebnispfad an. Da gibt es wirklich etwas zu sehen und auszuprobieren – auch mit Kindern, denn auf dem Weg gibt es wie oben schon erwähnt den „Seebiene“-Spielplatz.

An einer Erlebnispfad-Station kann man ausprobieren, welches Gewicht eine Biene (im Verhältnis) trägt.

An einer Station kann man ausprobieren, welches Gewicht eine Biene (im Verhältnis) trägt.

Die "Blütenbestäubungsleistungsmaschine" am Erlebnispfad.

Die „Blütenbestäubungsleistungsmaschine“ am Erlebnispfad.

Dieser Abschnitt des Bienen-Erlebnispfads ist der Barfussweg.

Dieser Abschnitt des Bienen-Erlebnispfads ist der Barfussweg.

Ab sofort bieten wir wieder unsere Führungen an, jeden Donnerstag um 10 Uhr. Dann gehen wir mit Ihnen zusammen durch unser Honigdorf, zeigen Ihnen alles und beantworten gerne Ihre Fragen. Wir freuen uns auf alle Honig- und Bienenfreunde!

Ihre Renate Carré

Und hier - zum Abschluss - eine von unseren unumschränkten "Stars" im Honigdorf.

Und hier – zum Abschluss – eine von unseren unumschränkten „Stars“ im Honigdorf.

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Renate Carré

Über Renate Carré

„Mit Leib und Seele Allgäuerin“, fällt mir spontan ein, wenn man mich fragt, wer ich denn sei. Obwohl ich schon viel „umeinandergekommen“ bin, wie man bei uns so schön sagt – der Bezug zur Heimat ist ein ganz besonderer. Ich wohne mit meiner Familie in Seeg, dem Honigdorf im Allgäu. Schon früh hat mich die Dorfgeschichte interessiert, und vor ein paar Jahren habe ich dann die Gelegenheit genutzt und eine Ausbildung als „Kulturführerin“ abgeschlossen. Seitdem gebe ich Dorfführungen für interessierte Gäste und Einheimische, und auch im Burgenmuseum in Reutte/Tirol oder auf Burg Ehrenberg bin ich aktiv dabei. Ich bin in der Vorstandschaft vom Tourismusverein Seeg sowie im Bürgerforum Seeg und arbeite ehrenamtlich in der Pfarr- und Gemeindebücherei. Wenn es darum geht, Leute fürs Allgäu zu begeistern, bin ich immer dafür zu haben. Auch durch meine Mitarbeit hier in diesem Blog.

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3 Gedanken zu “Frühlingserwachen im Honigdorf

  1. Die Führung auf dem Bienen-Erlebnispfad oder auch in der Erlebnisimkerei Seeg ist für Groß und Klein ein super Erlebnis. Ein Besuch lohnt sich! Es gibt tolle Sachen zu entdecken, die man mit Sicherheit noch nicht von der Biene wusste.

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