Herbstzeit mit den Bienen

Sonnenblumen in den Gärten sind im Herbst die letzten Futterquellen für unsere Bienen.

Sonnenblumen in den Gärten sind im Herbst mit die letzten Futterquellen für unsere Bienen.

So langsam neigt sich das Bienenjahr dem Ende zu. Es ist das zweite, das wir hier in Seeg im Südlichen Allgäu durchlaufen haben, seit wir mit unserem in Deutschland einmaligen Projekt „Honigdorf“ gestartet sind. Das ist ein so großer Erfolg, dass wir selbst überrascht sind, und manchmal sogar fast überrannt wurden: Wir haben Aberhunderte von Besuchern und Gruppen, Erwachsene ebenso wie viele, viele Kinder, durch unsere Erlebnisimkerei und über den Bienen-Erlebnispfad führen dürfen. Und was uns besonders freut: Den Bienenvölkern in unserem Schaubienenhaus beim Seeger Heimatmuseum geht es prima!

Im Schaubienenhaus der Seeger Erlebnisimkerei trifft Jungimkerin Edelka Christiansen die Wintervorbereitungen.

Jungimkerin Edelka Christiansen bei ihren Wintervorbereitungen im Schaubienenhaus.

In diesen Herbsttagen müssen nun die letzten Vorbereitungen für den Winter getroffen werden. Das heißt für den Imker: nochmal an die Arbeit!

Praktisch ist, dass wir einen Wasseranschluss am Bienenhaus haben.

Der Wasseranschluss am Bienenhaus ist praktisch, rechts die Einfluglöcher der Bienen.

Ganz wichtig zu wissen ist jetzt, dass es nicht mehr viele Futterquellen gibt. Die Wiesen und Felder sind gemäht, es wächst nicht mehr viel nach, es blühen keine Bäume mehr. Nur ein paar einzelne Blumen…

...wie die Schmuckkörbchen, auch Kosmee genannt, oder Mohn...

…wie die hellvioletten Schmuckkörbchen, auch Kosmeen genannt, oder roter Mohn…

Eine Biene hat noch ein paar Blüten gefunden...

…oder kleine, blau-gelbe Windenblüten und knallgelbe oder…

...oder Ringelblumen...

…hellorange leuchtende Ringelblumen stehen als Futterquellen noch zur Verfügung.

...und wer hier genau hinschaut sieht, wie viele Blumen bereits verblüht sind.

Wer hier genau hinschaut, der sieht aber, wie viele Blumen schon verblüht sind.

Doch immer noch ist die Blütenwiese bei unserem Schaubienenhaus herrlich bunt.

Bis spät in den Herbst hinein blüht die Blumenwiese am Schaubienenhaus und bietet Futter für die Bienen.

Bis spät in den Herbst hinein soll die Blumenwiese Futter für die Bienen anbieten.

Für den Imker ist es deshalb nun Zeit zum Zufüttern. Ganz genau gesagt: Die Bienen bekommen einen Zuckersirup. In unseren Breitengraden ist es üblich geworden, für die Überwinterung der Bienen bzw. das Überbrücken von sogenannten „Trachtlücken“ den entnommenen Honig durch Futterzucker zu ersetzen.

Jeder einzelne Bienenkasten muss für den Winter vorbereitet werden.

Jeder einzelne Bienenkasten muss für den Winter vorbereitet werden.

Früher stellten die Imker hauptsächlich Futterteige und Zuckerlösungen her, für die sie Haushaltszucker verwendeten, dem sie Wasser und Honig beigaben. Seit einigen Jahren greifen sie zunehmend zu fertigem Bienenfutter, das der Handel anbietet. Und genauso wichtig wie das Füttern ist, dass wir unsere Bienenvölker möglichst vorbeugend gegen die Varroa-Milbe behandeln.

Zum "Ausbildungsprogramm" unserer Jungimkerin gehört auch die Milben-Prävention.

Zum „Ausbildungsprogramm“ unserer Jungimkerin gehört auch die Milben-Prävention.

Dieses miese kleine Ding ist ein Parasit mit einer verheerenden Wirkung auf die Bienen, der die Bienenforscher schon seit 1977 beschäftigt. Damals gelangte die 1,7 Millimeter kleine Milbe vermutlich mit importierten Bienen nach Europa. Sie ernährt sich vom Blut der Bienen. Über die Bisswunden, die sie den Bienen zufügt, können Viren eindringen, die unsere wichtigen Nutzinsekten krank machen. Die Milbe vermehrt sich auf der Bienenbrut. So sind die jungen Bienen schon beim Schlüpfen geschwächt und sterben meist kurze Zeit danach. Der todbringende Parasit ist inzwischen weltweit ein Problem. Die UNO sieht durch die Varroa-Milbe sogar die Nahrungsgrundlage der Menschheit in Gefahr.

Bekämpfen dürfen Imker die Varroa-Milbe nur in der Zeit,...

Bekämpfen dürfen Imker die Varroa-Milbe nur in der Zeit,…

…in der die Bienen keinen Honig produzieren.

Sonst könnten Rückstände, etwa von eingesetzten Chemikalien,...

Sonst könnten Rückstände, etwa von eingesetzten Chemikalien,…

…in den Honig und von dort in den menschlichen Organismus gelangen. Die Monate Juli und August, also die Zeit nach dem Abschleudern des Honigs aus den Waben, sind am besten geeignet.

Die Schwammtücher werden mit Ameisensäure beträufelt.

Die Schwammtücher sind mit Ameisensäure beträufelt…

...aus dem Smoker wird der Bienenkasten zudem ein wenig "eingeräuchert".

…und aus dem Smoker wird der Bienenkasten ein wenig „eingeräuchert“.

Wichtig sind aber auch entsprechende Nachbehandlungen im Herbst und im Winter, mit denen wir jetzt in diesen Tagen beschäftigt sind. Denn der Varroa-Befall soll im Frühjahr möglichst gering sein, damit die Bienen die Zeit bis zur nächsten Sommerbehandlung gut überstehen. Zur Bekämpfung der Varroa-Milbe setzen die Imker hier im Seeger Schaubienenhaus Ameisensäure ein, die auf ein Schwammtuch aufgetragen und zum Verdunsten in den Bienenstock gelegt wird.

Ich habe auch Bienenvölker im Garten stehen - so sehen die Vorbereitungen bei uns daheim aus.

Ich habe auch Bienenvölker im Garten stehen – so sehen die Vorbereitungen bei uns daheim aus.

In der Erlebnisimkerei habe ich unserer Jungimkerin Edelka Christiansen zugesehen, wie sie die Seeger Honigbienen behandelt hat. Dabei habe ich ein paar Fotos geschossen, damit Sie ihr alle einmal dabei zusehen können. Wenn Sie in Seeg einmal vorbeischauen und eine Führung durch die Erlebnisimkerei mitmachen, können wir Ihnen das natürlich alles noch viel genauer erklären und zeigen.

So – jetzt sind wir im Honigdorf Seeg vorbereitet. Der Winter kann kommen. Aber wenn ich ehrlich bin: hoffentlich noch nicht so bald!

Einen schönen Herbst wünscht Ihnen,
Ihre Renate Carré

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Renate Carré

Über Renate Carré

„Mit Leib und Seele Allgäuerin“, fällt mir spontan ein, wenn man mich fragt, wer ich denn sei. Obwohl ich schon viel „umeinandergekommen“ bin, wie man bei uns so schön sagt – der Bezug zur Heimat ist ein ganz besonderer. Ich wohne mit meiner Familie in Seeg, dem Honigdorf im Allgäu. Schon früh hat mich die Dorfgeschichte interessiert, und vor ein paar Jahren habe ich dann die Gelegenheit genutzt und eine Ausbildung als „Kulturführerin“ abgeschlossen. Seitdem gebe ich Dorfführungen für interessierte Gäste und Einheimische, und auch im Burgenmuseum in Reutte/Tirol oder auf Burg Ehrenberg bin ich aktiv dabei. Ich bin in der Vorstandschaft vom Tourismusverein Seeg sowie im Bürgerforum Seeg und arbeite ehrenamtlich in der Pfarr- und Gemeindebücherei. Wenn es darum geht, Leute fürs Allgäu zu begeistern, bin ich immer dafür zu haben. Auch durch meine Mitarbeit hier in diesem Blog.

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2 Gedanken zu “Herbstzeit mit den Bienen

  1. Der Bericht über das Honigdorf ist informativ, kompetent, aber gleichzeitig
    „liebevoll“. Da ich auch nach 7 Jahren „Auszug“ von Seeg noch immer
    Sehnsucht nach diesem wunderschönen Fleckchen Erde habe, baut mich
    dieser Bericht richtig auf! Und dann noch Edelka als Jungimkerin in Aktion!
    Macht einfach weiter so!

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