Ritterfest auf Hohenfreyberg

Die herrliche Aussicht von der Schlossbergalm auf die Ammergauer Alpen.

Die herrliche Aussicht von der Schlossbergalm auf die Ammergauer Alpen und den Hopfensee.

Dieses Jahr haben wir mal wieder das jährliche Ritterspektakel besucht auf der Burg Hohenfreyberg bei Eisenberg, unserem Nachbardorf hier im Südlichen Allgäu. Das ist ein gemütliches Ritterfest mit einem kleinen Mittelaltermarkt um die Schlossbergalm herum. Übrigens, der Blick von dort oben ist einfach atemberaubend, davon kann man sich nie sattsehen. Wer’s 2014 verpasst hat: Der Termin fürs mittelalterliche Ritterspektakel auf der Burg Hohenfreyberg in Eisenberg im kommenden Jahr steht schon fest: Samstag, 8. August, und Sonntag, 9. August 2015.

Das Ritterfest hat einen ganz besonderen Charakter und ist nicht so überlaufen.

Das Ritterfest hat einen ganz besonderen Charakter und ist nicht so überlaufen.

Mir persönlich gefällt am Ritterspektakel auf Burg Hohenfreyberg, dass es nicht so überlaufen ist, wie zum Beispiel die Ritterturniere in Kaltenberg. Das Fest hat einen ganz eigenen Charakter, fühlt sich nicht so nach Massenabfertigung an, sondern man kann es noch „spüren“, das „Mittelalter-Feeling“ – ohne dass man Angst haben muss, vor lauter Menschen gar nichts mehr mitzubekommen.

Wer sich aufmacht zum Ritterspektakel, ist außerdem unterwegs in der wunderschönen Landschaft des Südlichen Allgäus.

Wer sich aufmacht zum Ritterspektakel, wird begleitet von wunderschönen Landschaftsbildern.

Los geht es am Samstagvormittag ab 11 Uhr. Die Marktstände öffnen ihre Zelte.

Auf dem Mittelaltermarkt an der Schlossbergalm gibt es viel zu entdecken.

Auf dem Mittelaltermarkt an der Schlossbergalm gibt es viel zu entdecken.

Man kann sich die Münzpräge mit dem Eisenbergtaler anschauen, dazu historische Musikinstrumente, Keramik und Schmuck, Lederwaren und Kleidung. Außerdem gibt es mittelalterliche Bewirtung. Mal davon abgesehen, ob Wurst und Schnaps und Leckereien und anderes mehr nun wirklich mittelalterlich waren – uns hat’s gut geschmeckt. Unter anderem auch die „Ritterküchle“. Erinnern Sie sich noch an meinen Bericht über den Funken im Allgäu? Da habe ich Ihnen von den „Funkenkiachle“ erzählt – das ist das gleiche, aber wir Allgäuer benennen die „Ausgezogenen“ halt gern passend zum Anlass…

Natürlich gehört auch der Schmied zu einem Ritterfest.

Natürlich gehört auch der Schmied zu einem Ritterfest.

Oben vor der Burg kann man einem Schmied zusehen, wie er Nägel schmiedet oder mittelalterliche Gabeln mit zwei (!!!) Zacken. Denn drei Zacken hielt man früher für Teufelswerk.

Um 12 Uhr zieht dann seine kaiserliche Majestät Maximilian I. mit seinem Gefolge ein und alle anderen Akteure des Spektakels und die Böllerschützen lassen es dabei ordentlich krachen.

Diese beiden gehören zum Gefolge des Kaisers Maximilian I.

Diese beiden Damen gehören zum Gefolge des Kaisers Maximilian I.

Entlang der Burgmauer haben die Ritterschaften ihre Lager aufgeschlagen…

Das Ritterlager unterhalb der Burgmauern.

Das Ritterlager unterhalb der Burgmauern.

…und sogar Severinus, der Henker, lässt es sich nicht nehmen, hier Station zu machen.

Der Henker Severinus hat im Moment zum Glück nichts zu tun...

Der Henker Severinus hat im Moment zum Glück nichts zu tun…

Oben im Inneren der Burg bot dieses Jahr die Römisch-Deutsche Ritterschaft aus Pfronten ein Kinderprogramm an, um kleine Jungs und Mädels zu zukünftigen Rittern oder Ritterinnen auszubilden. Diese Ritter waren übrigens auch auf unserer Lichternacht 2013 im Honigdorf Seeg – eine tolle Aktion. Alle Besucher waren so begeistert, dass wir sie auch dieses Jahr im Herbst wieder zu uns nach Seeg einladen werden. Und übrigens: Der Hauptmann Götz von Thingau, mit dem ich kürzlich eine Allgäuer Burgenführung gemacht habe, von der ich bei Gelegenheit einmal berichten werde, war auch dabei. Er kam mit seiner Ritterschaft aus Ronsberg. Ich glaube, auf Hohenfreyberg war er aber eher ein Landsknecht, passend zum Anlass.

Die Burgmauer im stimmungsvollen Abendlicht.

Die Burgmauer im stimmungsvollen Abendlicht.

Persönliches Highlight für mich war am Abend, als im Programm ab 19 Uhr  „Burgenromantik mit großer Feuershow und Musik“ angekündigt war. Die Mittelalter-Band „Des Teufels Lockvögel“ spielte auf, eine „Drei-Mann-Frau-Band“, die mittelalterliche Musik und Minnegesänge zum besten gab.

Des Teufels Lockvögel untermalen mit mittelalterlichen Klängen das ganze Treiben - ein Höhepunkt.

Des Teufels Lockvögel untermalen mit mittelalterlichen Klängen das ganze Treiben – ein Höhepunkt.

Laui Weser spielt dabei die Drehleier, ein Instrument, das mir ganz besonders gefällt, Marcus van Langen ist der Kopf der Gruppe und Peter Pagany macht die Percussion – eine tolle Band, die das Mittelalter auf verschiedenen Weisen darstellt.

Die Feuershow mit "Artistica Anam Cara" aus Kaufbeuren.

Die Feuershow mit „Artistica Anam Cara“ aus Kaufbeuren.

Der Höhepunkt war dann aber die Feuershow von „Artistica Anam Cara“ aus Kaufbeuren. Das ist eine Jugendkulturinitiative für Kinder und Jugendliche, die ihr Leitbild wie folgt formuliert: „Artistica Anam Cara ist eine Gemeinschaft kreativer, engagierter Menschen jeden Alters, die mit Spaß an der Sache ihre Träume verwirklichen“. Vor allem machen sie supertolle Shows. Auf der Burg schaut das ganze dann sehr mystisch aus und gibt der Show natürlich auch noch ein besonderes Flair…

...wie die Burgruinen bei Eisenberg überhaupt ein ganz besonderes Flair haben.

…wie die Burgruinen bei Eisenberg überhaupt eine ganz besondere Ausstrahlung haben.

„Artistica Anam Cara“ war übrigens ebenfalls letztes Jahr bei unserer „Nacht der 1000 Lichter“ in Seeg. Es hat dabei geschneit und ich kann Ihnen sagen, auch das war ein besonderer Auftritt – fantastisch. Hiermit schon die Einladung für die nächste Nacht der 1000 Lichter in Seeg am 22. November 2014.

Ja, so ging der Abend irgendwann um fast Mitternacht zu Ende und wir durften dann auch noch im Mondenschein wieder runter zum Parkplatz laufen, was für ein Abend.

Dieser Blick über den Parkplatz bot sich am Nachmittag, als wir ins Mittelalter aufbrachen.

Diesen Blick über den Parkplatz hatten wir am Nachmittag, als wir ins Mittelalter aufbrachen.

Kennen Sie das Lied von Karl Valentin über die „Alten Rittersleut“? Mit einer Strophe daraus möchte ich mich heute von Ihnen verabschieden:

„Und der Ritter Friederich / der wütete ganz fürchterlich / weil in seinem Blechgewand / eine Wespe sich befand / Ja, so warn’s / ja so warn’s / ja, so warn’s die alten Rittersleut‘ / Ja, so warn’s / ja so warn’s, die alten Rittersleut‘.“

Herzlichst Ihre, Renate Carré

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