Faschingsgaudi Fassdaubenlauf

auf der ÜberholspurWaren Sie schon mal bei einem Fassdaubenlauf? Nein? – Dann ziehen Sie sich schnell warm an und kommen Sie mit mir zum Skilift nach Seeg im Südlichen Allgäu! Dort war am „Rußigen Freitagabend“ der einzige Fassdaubenlauf weit und breit angesagt. Zum dritten Mal gab es ihn jetzt, hat man mir erzählt, dieses Jahr zu Ehren von Adolf Tschetsch, einem Seeger Bürger. Der ist einmal durch sein langjähriges Engagement für die Gemeinde Seeg allen in guter Erinnerung. Außerdem war er der Gründer des Seeger Skiclubs (1959), den er bis 1998 geleitet hat. Veranstalter des Fassdaubenlaufs war die Skiabteilung des TSV Seeg. Und die hat sich mächtig ins Zeug gelegt, wie Sie auf den Fotos sehen können, die uns Manfred Zinss wieder zur Verfügung gestellt hat.

Der Hang am Seeger Skilift im Flutlicht- und Feuerschein.

Der Hang am Seeger Skilift im Flutlicht- und Feuerschein.

Dieses Mal wurde der Lauf neben dem Seeger Skilift veranstaltet.

Sogar Kinder waren mit Begeisterung auf den Hölzern unterwegs.

Sogar Kinder waren mit Begeisterung auf den Hölzern unterwegs.

Neu war der Kinderfassdaubenlauf, den gab es vorher noch nicht.

...und machten gar keine schlechte Figur!

…und machten gar keine schlechte Figur!

Der Stadel für die Schneeraupe wurde kurzerhand ausgeräumt und „umgebaut“ zum „Après-Fass-Party-Stadel“, wo sich alle zum Schluss nochmals zusammengefunden haben.

Fassdaubenromantik - oder: So sorgt man in Seeg für warme Füße.

Fassdaubenromantik – oder: So sorgt man in Seeg für warme Füße.

Neben dem Stadel gab es noch eine Hütte für hungrige Zuschauer und Teilnehmer, in der „Dauben-Dogs“ (anstatt Hot Dogs) angeboten wurden.

Blick auf den Dauben-Dogs-Verkaufsstand und den Après-Fassdauben-Stadl.

Blick auf den Dauben-Dogs-Verkaufsstand und den Après-Fassdauben-Stadl.

Zwölf Kinder im Alter von vier bis 15 Jahren hatten sich angemeldet. Sieger war nicht unbedingt der Schnellste: Zuerst ging es zackig den Berg herunter. Unten angekommen, musste jeder Teilnehmer sein Glück noch beim Ballwerfen versuchen. Für jeden Wurf, der misslang, war ein „Straflauf“ zu absolvieren – einmal herum um einen Baum.

Auf der Strafrunde ging es rund...

Auf der Strafrunde ging es rund…

Und dann sollten die Kids so schnell wie möglich den restlichen Weg mit den Fassdauben an den Füßen ins Ziel laufen. Also eigentlich ein „Fassdauben-Triathlon“.

...denn mal wurde ein Luftpolster zum Hindernis...

…denn mal wurde ein Luftpolster zum Hindernis…

...und ein paar Teilnehmer brachten sorgar einen "Fassdaubensalat" zustande.

…und ein paar Teilnehmer brachten sorgar einen „Fassdaubensalat“ zustande.

Dieselben Regeln galten für die erwachsenen Teilnehmer, nur dass diese in Dreier-Teams starteten. Es gab zwölf Mannschaften, wie zum Beispiel „Die Elite“, „Die heiligen drei Bierkönige“ oder „Die Seeger Feger“ – eine mutige Mädeltruppe. Um 18.30 Uhr starteten die Kinder, viele in lustiger Faschingsverkleidung, denn auch die wurde zum Schluss prämiert.

Kostümiert und trotzdem flott unterwegs - Mädelpower eben...

Kostümiert und trotzdem flott unterwegs – Mädelpower eben…

...denen die Buben an Dynamik in nichts nachstanden auf den letzen Metern zum Ziel.

…denen die Buben an Dynamik in nichts nachstanden auf den letzen Metern zum Ziel.

Doch was sind eigentlich Fassdauben? Bevor ich ihnen von den Abfahrten unserer Ski-Asse erzähle, ganz kurz: als Daube bezeichnet man die Längshölzer, aus denen ein Schäffler (hochdeutsch Fassbinder) früher ein Fass zusammensetzte. Durch ein Dampfbiegeverfahren werden die Dauben in die typische gewölbte Form gebracht und später mit eisernen Reifen als Fass zusammengehalten.

Auf diesem Foto sind die Fassdauben recht gut zu erkennen.

Auf diesem Foto sind die Fassdauben recht gut zu erkennen.

Früher wurden die Dauben von ausgedienten Fässern als einfache Ski verwendet – natürlich auch im Südlichen Allgäu. Mit stabilen Bergschuhen schlüpft man in angeschraubte Schlaufen aus Textilgurten, Leder oder Gummi auf den vorne abgerundeten Dauben. Fürs Gleichgewicht und zum Antreiben wird mit einem einfachen Holzstecken gefahren.

Wehe, wenn sie losgelassen,...

Wehe, wenn sie losgelassen,…

...dann zählt nur: Stehenbleiben und Schnellersein.

…dann zählt nur: Stehenbleiben und Schnellersein.

Ganz ehrlich – unter uns – können Sie sich vorstellen, mit solchen Fassdauben einen Berg herunter zu fahren? Tatsächlich? Nein – ich nicht, das würde nicht gut enden! Umso mehr hat mich fasziniert, wie unsere Seeger Jugend und natürlich auch die Erwachsenen sich diesem Wettbewerb gestellt haben. Vor allem die Kinder – das hätten Sie sehen sollen! So schnell, wie die unten waren, konnte man gar nicht schauen. Und fiel mal einer hin, dann war er gleich wieder auf den Beinen. Das ist, vielleicht durch die „Bodennähe“ der Knirpse etwas einfacher. Sieger waren sie letztendlich alle,

Sieger und ihr Fanclub.

…Sieger mit Fanclub…

…es bekam auch jeder einen Preis…

...und alle stellten sich zum Gruppenfoto auf.

…und alle stellten sich zum Gruppenfoto auf.

Moderiert haben die lustige Veranstaltung Michael Epple, langjähriger Vorstand des Skiclubs, und Christine Angerer, Zweiter Vorstand des TSV Seeg.

Thomas Kaiser, 1. Vorstand vom TSV Seeg, und die 2. Vorsitzende Christine Angerer, die moderierte.

Thomas Kaiser, 1. Vorstand vom TSV Seeg, und seine „Vizin“ Christine Angerer, die moderierte.

Bei den Erwachsenen sah das Ganze schon spektakulärer aus: Vom „Speed-Abfahrer“ bis zum „Pirouetten-Dreher“ war alles dabei. Hilfreich war dann doch der Stock, der wenigstens ein bisschen Halt gab.

Alles wartet auf den Abklatsch bei den Dreier-Teams.

Alles wartet auf den Abklatsch bei den Dreier-Teams.

Wobei manche wirklich den Dreh heraushatten und auch unten ohne Strafrunde punkteten. Keiner hat aufgegeben,…

...manchem gelang sogar ein Überholmanöver...

…manchem gelang sogar ein Überholmanöver,…

…alle sind sie runter gekommen – und wenn notwendig, auch auf allen Vieren.

Das kann beim Fassdaubenlauf vorkommen.

Das kann beim Fassdaubenlauf vorkommen.

Eine gelungene Veranstaltung mit viel Spaß und Gaudi! Gewonnen hat am Ende das Team „Die Elite“. Die drei ersten Mannschaften bekamen Wurst-Medaillen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Der Allgäuer denkt praktisch – von Blech kann man nicht abbeißen.

Diese praktischen Wurstmedaillen erfreuten die Gewinner.

Diese praktischen Wurstmedaillen erfreuten die Gewinner.

Nebenan lief übrigens den ganzen Abend der legendäre Seeger Skilift. Wir haben nämlich auch eine Flutlichtanlage. Darüber werde ich Ihnen ein anderes Mal berichten. Aber wenn Ihnen meine Schilderung hier schon Lust gemacht hat, sich das alles einmal anzuschauen, dann sehen wir uns bald im Honigdorf Seeg!

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Renate Carré

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Renate Carré

Über Renate Carré

„Mit Leib und Seele Allgäuerin“, fällt mir spontan ein, wenn man mich fragt, wer ich denn sei. Obwohl ich schon viel „umeinandergekommen“ bin, wie man bei uns so schön sagt – der Bezug zur Heimat ist ein ganz besonderer. Ich wohne mit meiner Familie in Seeg, dem Honigdorf im Allgäu. Schon früh hat mich die Dorfgeschichte interessiert, und vor ein paar Jahren habe ich dann die Gelegenheit genutzt und eine Ausbildung als „Kulturführerin“ abgeschlossen. Seitdem gebe ich Dorfführungen für interessierte Gäste und Einheimische, und auch im Burgenmuseum in Reutte/Tirol oder auf Burg Ehrenberg bin ich aktiv dabei. Ich bin in der Vorstandschaft vom Tourismusverein Seeg sowie im Bürgerforum Seeg und arbeite ehrenamtlich in der Pfarr- und Gemeindebücherei. Wenn es darum geht, Leute fürs Allgäu zu begeistern, bin ich immer dafür zu haben. Auch durch meine Mitarbeit hier in diesem Blog.

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Ein Gedanke zu “Faschingsgaudi Fassdaubenlauf

  1. Leider war ich nicht dabei, aber beim nächsten Mal bestimmt. Man wird richtig traurig,wenn man sieht, was man versäumt hat.

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