Die alte Brücke im Forggensee

Die alte Brücke im Forggensee ist im Frühjahr 2014 besonders gut zu sehen, weil der See tiefer abgelassen wird als üblich.

Die alte Brücke im Forggensee ist im Frühjahr 2014 besonders gut zu sehen, weil der See tiefer abgelassen wird als üblich.

Fast jährliche Pflicht für alle Roßhauptener Einwohner ist im Frühling ein Spaziergang zum Forggensee – dann, wenn das Wasser am niedrigsten ist. Nachdem ich erfahren hatte, dass der See wegen Bauarbeiten an der Lechstaustufe Roßhaupten 2014 um zehn Meter tiefer abgesenkt wird als üblich, machte ich mich mit meiner Tochter gleich mal auf den Weg. Den tiefsten Wasserstand seiner Geschichte sollte der fünftgrößte See Bayerns übrigens um den 31. März erreichen. Nach 60 Jahren, die es den Forggensee inzwischen schon gibt, war es eine einmalige Gelegenheit für Spaziergänge zu Ecken, die sonst immer unter Wasser liegen!

Wir starteten vor unserer Haustür und liefen vom Dorf aus über den Mangmühlenweg zum Badeplatz Roßhaupten, von wo man schon die alte Straße sah, die früher Dietringen und Roßhaupten verband.

Die alte Straße zwischen Roßhaupten und Dietringen. Vorne, wo das Wasser steht, ist rechts die Brücke.

Die alte Straße zwischen Roßhaupten und Dietringen mit der Brücke.

Die alte Brücke, die damals durch die weit höhere Tiefentalbrücke ersetzt wurde, schaute schon komplett heraus und konnte von uns bei diesem trockenen, sonnigen Wetter auch schon „trockenen Fußes“ überquert werden. So gut sieht man die alte Brücke wirklich selten – ich glaube, ich hab´ sie so noch nie gesehen.

Blick zur Tiefentalbrücke - das Foto zeigt die Höhendifferenz eindrucksvoll.

Der Blick hoch zur Tiefentalbrücke – das Foto zeigt eindrucksvoll die Höhendifferenz.

Ich finde es jedes Jahr faszinierend, wie sich die Landschaft durch die Wasserbewegung, bzw. durch das Ein- und Auslaufen des Sees verändert. Es war kaum vorstellbar, dass wir und viele Urlaubsgäste im Sommer hier tatsächlich wieder baden konnten.

Die alte Brücke und unser Roßhauptener Badeplatz dahinter.

Die alte Brücke und unser Roßhauptener Badeplatz dahinter – oder vielmehr: darüber.

Was aussah wie ein riesiger Kieshaufen, war doch tatsächlich unser Badeplatz mit Grillplatz, Steg und einem Floss  im Wasser zum Sonnen und Reinspringen… – das lag dieses Jahr aber alles auf dem Trockenen.
Dafür wurde das Areal zu einem riesigen Spielplatz für Kinder, die noch Spaß an der Natur haben! Vorausgesetzt, die Erwachsenen hatten keine Angst vor Dreck und Lehm – und eine gute Waschmaschine!

Ohne Wasser ist der Forggensee ein riesiger Abenteuerspielplatz.

Ohne Wasser ist der Forggensee ein riesiger Abenteuerspielplatz.

Wir haben sogar eine Muschel gefunden – wahrscheinlich schon tot, da sie auf dem Trockenen lag. Laura hat sie aber wieder ins Wasser gebracht zwecks Wiederbelebung – man kann ja nie wissen…

Unsere Fund-Muschel - ob wir sie retten konnten?

Unsere Fund-Muschel – ob wir sie retten konnten?

Die ausgetrocknete Erde schaute 2014 aus wie eine Mondlandschaft.

Solche Bodenformationen sind im abgelassenen Forggensee überall zu entdecken.

Solche Bodenformationen sind im Frühjahr überall im abgelassenen Forggensee zu entdecken.

Wir konnten aber auch noch riesige Matschlöcher, Bäche und alte Baumstümpfe finden. Und die Erwachsenen nutzten den See zum Radeln, Walken und Spazieren gehen.

Unser Weg führte uns weiter über die Straße durch den See nach Dietringen und zurück am Campingplatz entlang, über die neue Brücke, am „Drachen vom Tiefental“ vorbei, zurück ins Dorf nach Roßhaupten.

Weil der See tatsächlich wieder voll lief – dieses Jahr übrigens zum 60. Mal – kann ich Euch zeigen, wie’s dann aussieht. Beispielsweise, wenn wir zum Rudern auf dem Forggensee aufbrechen.

Herzlichst,
Eure Heidrun Greis

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Heidrun Greis

Über Heidrun Greis

Mein Name ist Heidrun Greis, ich bin verheiratet und habe zwei Töchter, die noch zur Schule gehen. Als gebürtige Fränkin bin ich – wie man hier so schön sagt – eine „Zugereiste“, die jedoch schon seit 20 Jahren im Südlichen Allgäu lebt und genauso lange mit einem echten „Roßhoptar“ verheiratet ist. Vormittags berufstätig im Büro, kümmere ich mich nachmittags als „Mädchen für Alles“ um den Haushalt, die Fahrdienste der Kinder und um unsere zwei Ferienwohnungen. Seit 2012 bin ich Vorstand des Tourismusvereins von Roßhaupten, weswegen mich Ursel Jörg von der Tourist-Info wohl auch zum Bloggen eingeladen hat. Als Vermieterin von Ferienwohnungen habe ich ständig Kontakt zu den Gästen unseres Dorfes – so gibt es immer etwas zu erzählen. Als ich 1991 zum ersten Mal ins Allgäu kam, wusste ich sofort: Hier möchte ich mal leben! Es gibt wohl kaum eine Gegend, die so vielfältig ist wie das Allgäu – und besonders hier bei uns am Forggensee. Wer hat schon die Berge und einen so schönen See direkt vor der Nase? Beim Joggen, Wandern, Rudern und auf Skitouren mit meinem Mann kann ich diese Schönheit immer wieder genießen. Und weil ich fast immer eine Kamera dabei habe, kann ich hier im Blog hoffentlich auch ein paar schöne Fotos von Veranstaltungen und unserer wunderbaren Landschaft im Südlichen Allgäu liefern.

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6 Gedanken zu “Die alte Brücke im Forggensee

  1. Hallo Heidrun,
    haben gerade deinen Bericht über den Forggensee im Frühjahr gelesen. Jetzt waren wir schon so oft bei Euch, aber aus diesem Blickwinkel haben wir den See noch nicht gesehen. Das wäre sicher mal sehr interessant. Vielleicht klappt’s ja bald mal wieder. Wie geht’s der Muschel?
    LG

    • Hallo liebe Naumanns,
      ich wundere mich immer wieder, wo die Allgäu-Liebhaber so alles „umeinanderlesen“. Tja, jetzt ward ihr schon so oft im Sommer bei uns zum Baden, einmal auch im Winter – aber ihr seht – selbst im Frühling und auch im Herbst gibt´s viel bei uns zu bestaunen.
      Dieses Jahr haben aber selbst wir Allgäuer gestaunt – so weit wie dieses Jahr wurde der See ja seit Bestehen noch nie abgesenkt.
      Ab heute geht´s aber wohl wieder aufwärts mit dem Wasser.
      Liebe Grüße aus Roßhaupten senden euch
      Heidrun und Familie

  2. Hallo Heidrun,

    herzlichen Dank für Deinen Beitrag über diesen Teil vom Forggensee. Bin zufällig bei eigenen Recherchen für meine Blogbeiträge unserer Hompage über den 60.ten Geburtstag des Sees auf diese Seite gestoßen. Da morgen der 31.03. ist, werde ich auf jeden Fall mit dem Radl von Schwangau nach Roßhaupten fahren und mir die ehemalige Brücke anschauen. Sicher eine einmalige Gelegenheit! Mit Gruß aus Schwangau/Horn.

  3. Seit vielen Jahren durchstreifen wir 2 x im Jahr das Allgäu und den Außerfern.
    So wie diesmal haben wir den See noch nie gesehen und sind seitdem fasziniert.
    Da ich ja weiß, dass ab jetzt langsam wieder das Wasser kommt, war ich auf der Suche nach Neuigkeit und bin hier gelandet.

    Ich werde bestimmt öfter mal reinschauen, wenn mich die Sehnsucht nach meiner Wunschheimat packt. Grüßle Inge

    • Hallo Inge,
      seit ich diese Fotos gemacht habe, wurde der See noch um weitere 5 m abgelassen und so sind noch viel mehr Bauwerke und Sehenswürdigkeiten aus vergangenen Zeiten zum Vorschein gekommen. In der Allgäuer Zeitung waren täglich viele Fotos zu finden. Oder kommt einfach mal um diese Jahreszeit zu uns in Südliche Allgäu – jetzt fängt auch die Löwenzahnblüte an!
      Liebe Grüße, Heidrun

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