Wann in Roßhaupten ein erstes Gotteshaus errichtet wurde, kann nicht genau gesagt werden. Nach den Quellen wurde Roßhaupten 1449 zur Pfarrei erhoben. Die mittelalterliche Pfarrkirche ist auf einer Darstellung der Magnusvita auf einem Bild eines unbekannten Allgäuer Meisters zu sehen (um 1570 entstanden), dieses befindet sich heute in der Gemäldegalerie auf dem Hohen Schloss in Füssen. Im Jahre 1618 zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges brannte dieses Gotteshaus vollkommen nieder. Krieg, Pest und fehlendes Geld waren wahrscheinlich die Ursachen, das sich der Neubau bis 1630 verzögerte.
Die heutige Ausstattung der Kirche stammt zum größten Teil aus der Barockzeit.
Mehr Informationen...
Gemeinde Roßhaupten, Pfarrkirche Sankt Andreas
Bei einigen Bewohnern Roßhauptens entstand um 1900 die Idee, zu der bereits Mitte des 19. Jahrhunderts angelegten Kreuzigungsgruppe einen Kalvarienberg mit 14 Stationen anzulegen.
Die Stationstafeln wurden in einer Eisengießerei am Achensee (Tirol) entworfen und gegossen.
Mehr Informationen...
Gemeinde Roßhaupten, Kalvarienberg
1347 erreichte die Pest zum erstenmal Europa. Grund dafür war die Ausbreitung des Handels im Mittelalter. So wurden nicht nur die Gewürze und Seide von Asien gebracht, sondern es befanden sich auch oft Krankheitserreger in den Ladungen. Unter anderem die Pest, eine gefährliche sehr ansteckende Krankheit. Die Krankheit begann wie ein Schnupfen mit Niesen. Daher auch der "Gesundheitswunsch" beim Niesen, welcher aus der Pestzeit stammt.
Bald erkannte man die Ansteckungsgefahr der Pest, welche immer wieder Europa heimsuchte. Die Kranken wurden isoliert und die Pesttoten wurden nicht mehr in den Ortschaften, sondern weit außerhalb bestattet um das Ausbreiten der Krankheit zu vermeiden. So entstanden die Pestfriedhöfe, welche die Angst der Menschen vor der großen Ansteckungsgefahr der Pest repräsentieren.
Die letzte große Pestwelle brach während dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) aus. Zu dieser Zeit wurde auch der neue Pestfriedhof in Roßhaupten angelegt. Da die Toten damals sehr schnell begraben wurden, fehlen die Grabsteine. Außerdem fehlte oftmals das Geld oder es gab keine lebenden Familienangehörigen.
Von 1700 bis 1820 wurde der Pestfriedhof in Roßhaupten als Ausweichfriedhof genutzt. Der Platz am Friedhof neben der Pfarrkirche von Roßhaupten war zu eng. Aus dieser Zeit stammen die 32 Grabsteine bzw. deren Reste.
In der Gemeinde Roßhaupten gibt es viele Flurdenkmäler. Das wohl interessanteste ist das etwa vier Meter hohe Steinkreuz, das von Eisenbändern gehalten wird.
Von diesem Kreuz wird eine Sage erzählt, welche in Verbindung mit dem Neubau der Pfarrkiche "Sankt Andreas" in Roßhaupten (1630) steht.
Mehr Informationen...
Gemeinde Roßhaupten, Steinkreuz
Isaak Herkommer stiftete 1685 die Kapelle zu den sieben Schmerzen Mariens und vom Heiligen Grab in Sameister. Sein Bruder Johann Jakob begann noch im gleichen Jahr mit dem Bau. Die Weihe erfolgte 1688.
Mehr Informationen...
Gemeinde Roßhaupten, Kapelle in Sameister
Matheis Holl aus Roßhaupten erbaute um 1650 südlich von Roßhaupten eine Kapelle - Maria Heimsuchung. Bald erfolgte jedoch ein kompletter Neubau nach den Plänen von Johann Jakob Herkommer, der 1706 vollendet wurde.
Die Kapelle war ehemals ein beliebter Wallfahrtsort und birgt eine Besonderheit. Im Inneren auf der Empore ist die Mitte der Mauer sehr dünn und das Fenster darüber lässt sich öffnen. Von dort oben konnte der Prister auf die Wallfahrer herunter predigen, wenn so viele Menschen kamen, dass sie nicht mehr in die Kapelle passten.
Mehr Informationen...
Gemeinde Roßhaupten, Kapelle "Maria"
In unmittelbarer Nähe des Ortes Roßhaupten gab es bis 1804 den Fischhausweiher mit einer kleinen Insel. Im Jahre 1450 ließ dort der Augsburger Fürstbischof Peter von Schaumburg ein "Wasserhaus im Weyer" mit einem Fischgut anlegen, um vor allem in der Fastenzeit für den nötigen Fischvorrat zu sorgen. Das Fischhaus diente dem Bischof vermutlich auch als Kulisse für Feste. Um Geld für solche Feste zu bekommen, machten die Fürstbischofe so genannte "Umritte". Der Landesherr besuchte seine Untertanen, welche ihm Geschenke machen mussten. In Roßhaupten sind solche "Umritte" in den Jahren 1507, 1517 und 1573 nachweisbar. Dadurch wurde jedoch immer mehr der Unmut der Bevölkerung ausgelöst.
Nach dem Ende des Bauernkrieges ging das Fischhaus wieder in den Besitz des Fischmeisters. Es ist nicht überliefert, wann die Kapelle auf der Insel beim Fischhaus gebaut wurde. Im Jahre 1594 ist die erste urkundliche Erwähnung bekannt. Der damalige Fischmeister war Caspar Buechenperger (seit 1569). Errichtet wurde die Kapelle vermutlich schon unter Bischof Christoph von Stadion (1517 - 1543).
1804 wurde der Weiher um das Fischhaus trockengelegt um Ackerland zu gewinnen. Und seit da ist das Fischhaus ein Bauernhof an den einige landwirtschaftliche Gebäude angebaut wurden.. 1848 erwarb das Ensemble Dr. Benedikt Geis, dieser ließ die Kapelle 1855 neugotisch überbauen (Ziegelmauerwerk).
Mehr Informationen...
Gemeinde Roßhaupten, Fischhauskapelle
zurück
















